Abgang Oktober
DI 31. Oktober, 19:30 Uhr

Eintritt: 8 € / 6 € (ermäßigt)
Für ABGANG können keine Karten vorbestellt werden, der Verkauf läuft ausschließlich über die Abendkasse.

Seit 2010 gedenkt Abgang Prominenten, die in den Wochen zuvor gestorben sind. Ob Künstler, Politiker oder Wissenschaftler: Durch ihre Texte, Lieder, Filme oder Erfindungen werden die Toten an diesem Abend noch einmal sehr lebendig. Dass dabei nicht lange geplant werden kann, liegt in der Sache der Natur.

Und gerade diese Spontaneität macht die Veranstaltung so einzigartig und abwechslungsreich. Wer wird dabei sein, welche Gäste kommen zusammen? Zufall und Schicksal entscheiden darüber oftmals wenige Stunden vor Veranstaltungsbeginn. Eins ist allerdings sicher: Abgang ist alles andere als eine langweilige Trauerfeier.

Beim Abgang lesen & singen Mitglieder der Gruppe Neues EnsemblE, die Textauswahl stellt Sascha Koal zusammen, der Leiter des Theater Felina-Areal.

Die Oktoberausgabe in diesem Jahr fällt auf Halloween. Es ist übrigens die 50. unserer Reihe!

Eines der größte Monster der Weltgeschichte war Godzilla. In dem Kostüm des Monsters steckte Haruo Nakajima und polterte sich so in die Filmhistorie.
Comicleser wissen, dass der Mutant Wolverine gegen die Nazis kämpfte. Ausgedacht hatte sich diesen Superhelden u.a. Len Wein, der auch für das Swamp Thing verantwortlich war. Das war Produkt fehlgelaufener Experimente. Dies ist eine Erklärung für die Schrecken in Die Nacht der lebenden Toten. Mit diesem Film revolutionierte George A. Romero das Horrorgenre. Insgesamt ließ er dann noch fünf weitere Zomiestreifen folgen. Einen der nächsten Schritte in diesem Genre unternahm Tobe Hooper mit The Texas Chainsaw Massacre. Obwohl nahezu kein Blut zu sehen war und die schlimmen Szenen im Off stattfanden, war dieser Film lange Zeit verboten.

Aus ganz anderen Gründen wäre es gut gewesen, die Filme von Ed Wood hätten nie das Licht der Welt erblickt. In der Verfilmung dessen Lebens spielte Martin Landau den Dracula-Darsteller Bela Lugosi.

Apropos Vampire: Können Sie sich noch an den Diener Koukol in Tanz der Vampire erinnern? Der im rasenden Schlitten sein Ende im Wolfsrudel findet? Gespielt hat ihn der Boxer Terry Downes. Einer der berühmtesten Faustkämper war sicher Jake LaMotta, der in seinem Leben Wie ein wilder Stier war.
Ganz andere Seiten der Männlichkeit hat Hugh Hefner mit seinen Häschen aufgeschlagen. 1953 schuf er den Playboy und ohne es zu beabsichtigen, prägte er über Generationen die männlichen Fantasien. Vor allem die, dass man das Heft ja nur wegen der Interviews kauft.

Auch Liliane Bettencourt hat natürlich viel zur Schönheit von Frauen bei- und aufgetragen. Ihre Firma L’Oréal ist nach wie vor der größte Kosmetikhersteller der Welt und berüchtigt für nicht eingehaltene Werbeversprechen und wenig zimperlichen Methoden bei der Herstellung ihrer Produkte. Aber Geld stinkt ja nicht, dieses duftet sogar nach synthetischem Parfüm. Die Machenschaften und Verquickungen von Wirtschaft und Politik aufzudecken, ist Aufgabe von investigativen Journalisten. Als ein solcher verstand sich Jürgen Roth, auch wenn er mit seinen Büchern nicht nur aneckte, sondern auch so manches juristisch belegtes Eigentor schoss. Viele hielten Publikationen wie Schmutzige Hände, Der Deutschland-Clan oder Spinnennetz der Macht für reißerische Märchenstunden.

Hänsel & Gretel
nannte Rainer Hänsel sein Plattenlabel. Aber bekannt wurde er durch das Festival Monsters of Rock und blieb auch als Musikproduzent dem schweren Genre treu. So ließ er mit Saxon die Dogs of War los, ritt mit Molly Hatchet durch den Devil's Canyon und beglückte Rose Tattoo mit Pain.

Der Urschmerz war der Ausgangspunkt für den Psychologen Arthur Janov. Diesen schrecklichen frühkindlichen Erfahrungen und Erlebnisse trat er mit der Primärtherapie entgegen, die ihren stärksten Ausdruck im Urschrei fand. Bei Tom Petty wiederum ging es eher ruhig zu. Er hat mit seinen Heartbreakers Hits wie I Won’t Back Down, Free Fallin’ oder Learning To Fly und war auch Mitglied der Supergroup Traveling Wilburys.
Eine Kiez-Supergruppe war die Rentnerband der Hamburger Kneipe Onkel Pö, die Udo Lindenberg im Song Alles klar auf der Andrea Doria verewigte. Die Tasten seines Panikorchesters brachte Gottfried Böttger zum Zittern.

Nicht auf der Reeperbahn, sondern in Paris führte Danielle Darrieux ihr frivoles Etablissement im Film Pläsier. Aber sie war auch die Madame de..., berichtete 24 Stunden aus dem Leben einer Frau und glänzte als Großmutter in 8 Frauen.
Alt ist auch Federico Luppi als Antiquitätenhändler, der dem lebensverlängernden Apparat Cronos hinterherjagt. Er lief aber auch durch Pans Labyrinth, knackte The Devil’s Backbone und hatte keine Angst Im Schatten von Lissabon. Viele fürchten sich bestimmt in Filmen von Umberto Lenzi. Titel wie Mondo Cannibale, Lebendig gefressen, Die Rache der Kannibalen, Hungrige Skorpione, Großangriff der Zombies oder Die Gewalt bin ich werden zartbesaitete Cineasten mit empfindlichem Magen abschrecken.

Mannheim war geschockt, als die Nachricht kam, dass Joy Fleming für immer eingeschlafen ist. Nun wird in ihrer Heimatstadt überlegt, ob schon bald eine Straße, ein Platz oder gar eine Brücke ihr Name schmücken wird. Letzteres bietet sich ja an, denn Ein Lied kann eine Brücke sein. Doch im Neckarbrückenblues entblättert ihr Karl auf der anderen Seite des Flusses ganz besondere Blumen. Wir informieren Sie Ende Oktober über den neusten Stand der Diskussionen.
Und wir werden auch nicht Hans Benzler vergessen. Von 1958 bis 67 hütete er für den VfR Mannheim das Tor, bevor er dann zu Bayer Leverkusen wechselte.

Pressestimmen:

»Wenn es um den Tod geht, ist eigentlich niemandem zum Lachen zumute. Wenn das Neue Ensemble des Theater Felina Areal mit seiner Kultlesung auf der Bühne steht, dafür umso mehr.
„Abgang“ ist eine schräge Lesung, beliebt und hochgelobt und auf jeden Fall zum Totlachen. Das, was die Zuschauer im voll besetzten Theatersaal erwartet, ist mehr als nur tiefschwarzer Humor, es ist ein amüsantes Gedenken an jüngst verstorbene bekannte Schauspieler, Musiker, Dichter und Denker, bei dem nichts und niemand verschont bleibt. Doch ab und zu zeigt der Tod auch seine fröhliche Seite (...)

Die fünf Akteure spielen mit ihren Stimmbändern wie ein Orchester verschiedener Stimmlagen und Stimmungen. Sie greifenkleine Details akribisch auf, die in kurzen, unscheinbaren Nebensätzen versteckt sind.
Fazit: ein rundum gelungener Leseabend.«
Mannheimer Morgen (über Abgang Januar 2016)

»Anders als der Titel vermuten lässt, ist die Lesung witzig und alles andere als ein „Runterzieher“, packt schonungslos und unverblümt die großen Themen des Lebens an.«
Mannheimer Morgen (über Abgang März 2016)

»Die Stammgäste wissen, dass sie kein konventionelles Theater erwartet. Es ist vielmehr, als beobach- teten sie einen intellektuellen Kneipenabend alter Freunde mit einem Hang zur platonischen Nekrophilie.«
Mannheimer Morgen (über Abgang September 2015)

»Die Texte der Lesung hatte Regisseur Sascha Koal mit Sinn für Pointen und hintersinnigen Humor ausgesucht. Doch Gelächter beim kollektiven Gedenken an literarische, philosophische, politische und künstlerische Größen (...) – ist das erlaubt? Unsere Tage auf Erden sind begrenzt und nichts vergegenwärtigt diese Tatsache so sehr wie ein unerwarteter Tod. Doch es ist der Humor, der dafür sorgt, dass die Menschen nicht ihren Überlebenswillen verlieren (...)
Die vier Schauspieler jedenfalls zeigten, dass sie keine Trauerklöße sind. Mit überbordender Spielfreude schlüpften sie in mehr als 40 Rollen: Das Lachen und der Tod – bei ihrer brüllend komischen Lesung loteten sie genau diese Frage mit Feingefühl und Empathie aus.«
Mannheimer Morgen (über Abgang März 2015)

»Wer eine Trauerfeier erwartete, suchte diese vergebens. Stattdessen bahnte sich ein schräges, satirisches und existenziell philosophisches Ereignis an. Übermorgen wird der nächste gehen, aber wenn es schon passieren muss, dann stilvoll. Wenn schon Trauer, dann aber bitte richtig – mit viel Krach, Brimborium und Worten.
Aus allen möglichen Blickwinkeln präsentierten die sechs Schauspieler die jüngst Verstorbenen und schenkten den Zuhörern so den letzten, ultimativen Kick.
Ein „Abgang“ mit schrägen Gesangseinlagen, neurotischen Rettern, überdrehten Rückblicken auf die Vergangenheit und mit Schauspielern, deren Antworten auf essentielle Fragen so staubtrocken wie die Wüste Gobi daherkommen – einfach köstlich.«
Mannheimer Morgen (über Abgang Januar 2015)

»Nicht nur die intelligente und die Dinge auf den Punkt bringende Textauswahl war eine Meisterleistung, sondern auch die grandiose Darbietung der fünf Schauspieler, die in fiegendem Wechsel in mehr als 40 Rollen schlüpften.«
Mannheimer Morgen (über Abgang September 2014)

»...eine amüsante Lesung mit frech-frivolen musikalischen Akzenten...
„Abgang“ gleicht einem szenischen Abschiedsbrief - mit einem Augenzwinkern inszenierte, humorvoll bis leisemelancholische Reflexionen über das Leben, das Theater und den Tod.«
Mannheimer Morgen (über Abgang April 2013)

»Ein unterhaltsamer, lustiger, fantasievoller und abwechslungsreicher Abend.«
Mannheimer Morgen (über Abgang Januar 2013)

»Die Schauspieler packten ganz unverfroren ihre Gefühle in direkte Worte. Und genau diese Direktheit macht die Lesung so unverwechselbar. Der Tod, der alle verbindet, war zwar Ausgangspunkt des Programms, doch Lachen kann sehr befreiend sein.«
Mannheimer Morgen (über Abgang November 2012)

Das Bild unseres Fotografen DangerZone zeigt den Mittelpunkt Mannheims, den Sensenmann auf der Spitze des Paradeplatz-Brunnens.