NEUES ENSEMBLE
DAS JAHR DES MAGISCHEN DENKENS
nach Joan Didion
Eintrittspreis: 10 € / 5 € (ermäßigt)
Regie: Rainer Escher
mit Wieslawa Wesolowska

"Schon als Kind hat mich ich interessiert, wie Sätze funktionieren und wie man eine Geschichte ändern kann, indem man einfach die Sätze ändert. Nur die Form der Sätze, nicht die Fakten in den Sätzen. Inhalte sind für mich immer sprachlich."

Joan DIDION hierzulande wenig bekannt gehört in den USA mit Susan SONTAG zu den hochgeschätzten, vielgelesenen Autoren, die sich als kritische Beobachter ihrer Gesellschaft hervorgetan haben.
In der Theaterfassung ihres letzten Buches DAS JAHR DES MAGISCHEN DENKENS geht es jedoch um ihr eigenes Schicksal. In diesem sehr persönlichen Monolog versucht Didion gleich zwei Schicksalsschläge zu verarbeiten: den Tod ihres Mannes und den ihrer Tochter. – "Das hier ist mein Versuch, der Phase, die darauf folgte, einen Sinn abzugewinnen, den Wochen und Monaten, in denen sich jede feste Vorstellung auflöste, die ich jemals vom Tod hatte." – Indem DIDION darüber schreibt, darüber spricht, versucht sie dem Geschehen einen Sinn zu geben. Sie wiederholt für uns ihre Trauerarbeit – so werden auch wir vor dem Unfassbaren stehen – und den Zwang, sich immer und immer wieder die gleichen Szenen zu vergegenwärtigen, um ihnen einen Sinn zu geben, um ihnen ein anderes Ende zu geben.
Herausgekommen ist kein rührseliger Text, sondern eine messerscharfe, aber anrührende Analyse ihrer Trauerarbeit, die sich bruchlos in ihre schriftstellerische Arbeit einfügt. Denn "für Didion ist die Wirklichkeit nichts anderes als Roman. Indem sie erzählt, als handele es sich um eine Recherche, führt sie die Wirklichkeit als Erfindung vor." (A.R. Strubel)
Pressestimmen:
Sehr behutsam lässt Regisseur Rainer Escher seine Schauspielerin eine Person verkörpern, die dabei ist, ihre eigene Wirklichkeit zu erschaffen, um mit dem entsetzlichen Verlust fertig zu werden,
DIE RHEINPFALZ
Wieslawa Wesolowska und Rainer Escher ist hier ein präziser und feinfühliger Abend gelungen, der sich
nicht ganz schmerzlos in die Welt unserer Ängste und auch Hoffnungen bohrt. Uns dabei allerdings auch
den Blick auf das Wesentliche wieder schärft.
MANNHEIMER MORGEN
Die Produktion wird gefördert durch das Kulturamt der Stadt Mannheim und den Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.


