KACHELMANNS RASHOMON
Stück von Sascha Koal nach Akutagawa und dem Prozess um Jörg Kachelmann

 

Die Premiere von KACHELMANNS RASHOMON muss leider auf April 2012 verschoben werden.

 


Text und Regie: Sascha Koal

mit Sarah Gros NF & Dirk Mühlbach

 

Einlass erst ab 16 Jahren!

 

Eintrittspreis: 12 € / 6 € (ermäßigt)

 
Wie kein Prozess der letzten Jahre hat der Fall Kachelmann die Gemüter erhitzt und viele Debatten angeheizt. Am Ende standen wie zu Beginn der Verhandlung Aussage gegen Aussage; auch über Indizien und Zeugen konnte nicht einwandfrei geklärt werden, was tatsächlich in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar 2010 in der Schwetzinger Wohnung von Claudia D. passiert ist.


Und schon stellt sich der Rashomon-Effekt ein: ein Ereignis wird glaubhaft aus mehreren, verschiedenen Perspektiven erzählt und der Ablauf der Geschehnisse von jedem Beteiligten ganz anders geschildert. Die Außenstehenden wissen nicht, wem sie glauben sollen und vielleicht wissen die Erzähler selbst schon nicht mehr, wie es genau passiert ist, denn können individuelle Sichtweisen nicht auch unbewusste Konstrukte von Personen sein, die das Ereignis so sehen wollen wie es für ihr Selbstbild am Besten ist?


Der japanische Autor Akutagawa Ryunosuke schrieb 1921 die Erzählung „Im Dickicht“, deren Titel nicht nur den Ort des dramatischen Geschehens bezeichnet, sondern auch die Undurchsichtigkeit und Wirrnis meint, die entsteht, wenn die einzelnen Protagonisten denselben Vorfall schildern.

Weltweit bekannt wurde die Erzählung über die Verfilmung „Rashomon oder Das Lustwäldchen“ des japanischen Meisterregisseurs Akira Kurosawa von 1950.


In dem Stück „Kachelmanns Rashomon“ geht es nun genau um dieses Spiel mit der vermeintlichen Wahrheit. Nicht die Frage, wer von den beiden Recht hat, steht im Mittelpunkt, sondern wie sehr die Sichtweisen auf ein Ereignis dessen Interpretation und Nacherzählung bedingen.
Und ebenso die Berichterstattung über die Umstände wird beleuchtet, denn auch Medienvertreter wie z.B. Alice Schwarzer haben das Dickicht nicht gerade erhellt.


Das Theater Felina-Areal nimmt den Prozess um Jörg Kachelmann zum Anlass, sich mit Fragen über die Wahrheit, über Vorverurteilungen sowie das Recht des Einzelnen auf Intimsphäre auseinanderzusetzen und vielleicht auch eine Antwort zu finden auf das Paradox, warum gerade eine Feministin für die BILD-Zeitung berichtet.


Jörg Kachelmann schreibt übrigens gerade ein Buch über den Prozess,

das er schlicht „Mannheim“ nennen wird.

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