
NEUES ENSEMBLE
LAUF AGU, LAUF
Theaterstück inspiriert durch den Roman
DU SOLLST BESTIE SEIN
Eintrittspreis: 12 € / 6 € (ermäßigt)
Bearbeitung & Regie: Rainer Escher
mit Holger Endres, Peter Haberer, Reda Regragui und Mathias Wendel

Als der Krieg in Agus Dorf kommt, befiehlt ihm sein Vater: "Lauf, Agu! Lauf!" Und Agu läuftgeradewegs in die Hände der Rebellen und ihres Anführers, des Kommandanten. Agu wird Kindersoldat in seiner Armee und tritt in eine Welt aus Chaos, Gewalt und Abenteuer. Zuerst wundert er sich noch, dass ihm sein Soldatenhemd über die Knie hängt, dass er nachts den Kommandanten besuchen muss, und dass sein Freund Strika nie ein Wort sagt. Doch daran gewöhnt er sich. Agu lernt das Handwerk des Kindersoldaten: plündern, schänden, töten. Agu ist ein moderner, ein afrikanischer Simplicius.
Trotz aller Anstrengungen, in der Welt Menschenrechte, Chancengleichheit und Gerechtigkeit durchzusetzen, bleibt Fremdbestimmung die vorherrschende Seinsweise des Menschen. Darüber liest man täglich in der Lokal- wie auch der überregionalen Presse.
Das "Neue Ensemble" widmet sich diesem Thema in dieser und der nächsten Spielzeit mit einer Reihe von Inszenierungen, die, in Anklang an Foucault, unter dem Motto "Kolonialisierte Körper" stehen. Begonnen haben wir diese Reihe mit Kafkas "Bericht für eine Akademie" und sie soll mit dieser Arbeit fortgesetzt werden.

Das Buch von Uzodinma Iweala beschreibt das grauenvolle Leben der Kindersoldaten in Afrika. Agu, die Hauptfigur, wird Dank seines skrupellosen Kommandanten zu einem Monster mit Machete. Der Junge Agu muss bei einem Angriff aus seinem Dorf fliehen und gerät in die Hände von Rebellen. Deren Anführer, der »Kommandante«, macht ihn zum Soldaten einer armseligen Truppe aus Kindern - ohne Behausung oder Essen und mit der Kleidung von Toten. Zeit und Ort dieser Geschichte bleiben unerwähnt.
Agu wird zum Mörder gedrillt, mit Drogen vollgepumpt, vom »Kommandante« vergewaltigt, er erlebt Massaker und richtet selbst welche an, er hungert und leidet und hat in all dem Elend in dem Gefährten Strika einen Freund, der wegen seiner Traumatisierung kein Wort über die Lippen bringt.
Pressestimmen:
Das Neue Ensemble in Ludwigshafen beweist einmal mehr seinen Mut zu schwierigen Stoffen.
DIE RHEINPFALZ
...ein bedrückendes Psychogramm...
MANNHEIMER MORGEN
Die Produktion wird gefördert durch den Kultursommer Rheinland-Pfalz, den Fonds Darstellende Künste und den Landesverband Freier Theater Baden-Württemberg aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg, sowie unterstützt durch das Theater im Pfalzbau Ludwigshafen.




